Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Zittau - Stadt im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Neben den geographischen Besonderheiten liegt die Stadt inmitten einer reizvollen Landschaft, die von der Eisenbahn erschlossen wird. Das kleine aber feine Bahnbetriebswerk, angeordnet auf engstem Raum, hielt seit Jahrzehnten einen abwechslungsreichen Fahrzeugpark vor und dass auf zwei verschiedenen Spurweiten.

KBS 241 Zittau-Görlitz

Die Streckenaufnahmen der Zittauer Loks sind in der letzten Zeit immer mehr geworden. Aus diesem Grund mußte ich die Bilder für eine bessere Übersichtlichkeit nach DR-Kursbuchtreckennummern ordnen. Hier zeige ich Bilder der Strecke von Zittau nach Görlitz, der eh. DR-Kursbuchstrecke 241.

Hirschfelde 11.11.1988 UR Kopie Hirschfelde 11.11.1988 Kopie

Die letzten nicht mehr gebrauchten 52.80 waren im November 1988 in Hirschfelde abgestellt. Im unteren Bild ist im Hintergrund das alte Hirschfelder Kraftwerk zu erkennen.

 

Hirschfelde mit Giesl 52 8141 1979 Kopie

52 8141 rangiert hier an einem trüben Novembertag 1980 im Bf Hirschfelde. Die Maschiene ist zu der Zeit mit einem Gisel-Flachejektor ausgerüstet. Sie war 1980 nur ein halbes Jahr in Zittau zu Hause.

 

Kraftwerk Hagenwerder 1984 Kopie

Hier kommt 1984 ein Personenzug von Zittau am Kraftwerk Hagenwerder vorbei gedampft. Er fährt wenig später in den Bf Hagenwerder und dann weiter nach Görlitz. Im Hintergrund ist das Kraftwerk „Völkerfreundschaft“ zu sehen. Es ging 1958 in Betrieb, wurde 1997 stillgelegt und später abgerissen. Wer genau hinsieht, kann das Stückgut bzw. Expressgut im Laderaum des Packwagens erkennen. Es wurde schon bereitgelegt, um es in der nächsten Station auszuladen.

 

P-Zug mit Slz Kraftwerk Hagenwerder 1984 Kopie

Fast an der gleichen Stelle wie im oberen Bild fährt hier ein Personenzug mit einer Slz (nicht Schlz) an der Kraftwerkskulisse vorbei. Der Zug kommt von Zittau und wird in Kürze Hagenwerder erreichen.

 

52 8012 am 23.05.1984 bei Hagenwerder Foto Udo Riccius Kopie

Ein Personenzug, geführt von 528012 rollt mit einer mächtigen Dampffahne vorbei an Leuba in Richtung Hagenwerder. Der Heizer hat bestimmt gerade nachgelegt. Im Hintergrund sind die Häuschen und die Kirche von Leuba zu erkennen. Der kurze Zug ist gebildet aus den Rekowagen der Gattung Bghw und einen Packwagen der Bautzner Stahlbauweise.

 

Dias von Udo Riccius 02828 Goerlitz 136 Kopie

Eine unbekannt 52.80 im Profilbild an einem Bahnübergang nahe Hagenwerder. Na, in welche Richtung fährt der Zug an diesem Sommertag in den 80er Jahren? Ist die Lok eine Schlußlok? Wo ist das Personal? Im Bild sieht mann auch einen Modernisierungswagen. Diese Wagenbauart wurde ursprünglich für Schnellzüge aus alten Gattungen umgebaut, wanderten aber in den späten 80er Jahren auf die Nebenbahnen in den Personenzugdienst ab. Es gab in Zittau auch noch Modernisierungswagen mit Schürze der Gattung ABge. Die hatten schöne Veloursitze zum verstellen und fuhren schön leise und weich, herrlich zum schlafen.

 

4.7.1987 bei Hagenwerder UR Kopie Blickrichtung Polen Kopie

Hier noch zwei Bilder von den Fahrten mit Doppeltraktion. Der Zug wurde im Juli 1987 nahe Leuba abgelichtet. Der Zug fährt durch Polen und versorgt das Kraftwerk Hirschfelde mit Kohle/Rohbraunkohle.

 

52 8157 mit Lgo 59236 Hagenwerder Kopie

… als es in der Oberlausitz noch kräftig rauchte. Die schweren Bunkerzüge waren für die 52er ein hartes Brot. Hier steht ein Leerzug im Bahnhof Hagenwerder. Er wird später wieder in die Niederlausitz zur Beladung mit Braunkohle fahren. Auf der direkten Verbindung zwischen Görlitz und Zittau (über Hagenwerder) bespannten die Zittauer 52er auch die sogenannten Bunkerzüge. Das waren Ganzzüge für den Braunkohletransport zum Kraftwerk Hirschfelde. Sie hatten meist etwa 30 Wagen der Gattung OOtu / Fad. Das Fassungsvermögen eines Zuges entsprach bei 30 Wagen 2250 m³ Rohbraunkohle. Das Zuggewicht lag dann bei etwa 2300 Tonnen. Das war eine harte Belastungsprobe für die BR 52. Oft wurde auch in Doppeltraktion gefahren. Hier sehen wir 52 8157 mit Lgo 59236 (Leerzug zurück zur Beladung) im Bahnhof Hagenwerder. Die Fahrzeiten waren 9:18 Uhr Abfahrt Hirschfelde, Ankunft Hagenwerder 9:39 Uhr. Der Zug fuhr dabei an der Neiße entlang über polnisches Staatsgebiet.

 

HGW 52 8157 12_07_86 Kopie

52 8157-1 rollt mit einem leeren Bunkerzug in den Bahnhof Hagenwerder. Die Kühltürme und große Teile des ehemaligen Kraftwerkes sind in den 90er Jahren abgerissen worden.

 

Hagenwerder Juli 1987 52 8047 UR Kopie

UR100_1036 4.7.1987 in Hagenwerder DR52.8047-4 Kopie

Fast geschafft, die 52 8047 hat den schweren Kohlezug nach Hagenwerder geschleppt. Sie muß den schweren Zug noch vorbei am Kraftwerk Hagenwerder und über polnisches Gebiet zum Kraftwerk Hirschfelde ziehen. Die zwei Bilder zeigen die Zügen die die Rohbraunkohle aus dem Lausitzer Revier über Görlitz,  Hagenwerder nach Hirschfelde gefahren haben. Im Bereich hinter dem Zug wurde in den späten 80er Jahren eine Auftauhalle für Kohlezüge gebaut. Das war eine lange beheizte Betonhalle in die ein ganzer Zug im Winter zum Auftauen hineinfuhr. Die Rohbraunkohle war so feucht, die Fahrt war so lang und die Winter waren so kalt das die Kohle in den Waggons angefrohren war. Dadurch konnten die Züge nicht durch Schwerkraft entladen werden. So das zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen werden musste.

 

Hagenwerder 52 8057 um 1980 UR Kopie

52 8057 steht mit einem Güterzug auf Gleis 3 in Hagenwerder. Im Hintergrund ist ein Hilfszug Richtung Zittau zu sehen. Na, was ist denn da passiert? Oder ist es eine Probefahrt?

 

Am 23.05.1984 in Hagenwerder Kopie

Hier begegnen sich der Güterzug von Zittau mit 52 8057 Bw Görlitz (bis 1975 Bw Zittau) und der Hilfszug von Görlitz mit 52 8107 Bw Bautzen am 23. Mai 1980 im Bahnhof Hagenwerder.

 

52 8107 Hagenwerder 1980_1 Kopie

Hier nochmal der komplette Hilfszug mit 52 8107. Der Hilfszug rückt nur aus, wenn ein Unfall mit einem Eisenbahnfahrzeug passiert ist. Die beiden vorderen Wagen sind Gerätewagen bzw. Maschinenwagen für Pressen, Pumpen, Generatoren und Werkzeug. Der Modernisierungswagen am Zugende ist für die Hilfszugmannschaft.

 

2 Kommentare zu KBS 241 Zittau-Görlitz

  1. Claus Mißbach sagt:

    Die abgebildeten Kohlezüge waren vorrangig für das KW Hirschfelde bestimmt. Das KW Hagenwerder wurde an sich über Bandstraßen aus dem unmittelbar benachbarten Tgb Berzdorf bekohlt. Die „Fernbekohlung“von Hirschfelde aus der Niederlausitz war nach den politischen Ereignissen anfangs der 1980er Jahre in Polen und den damit einhergehenden ökonomischen Differenzen notwendig geworden (Kohlemenge, Qualität, Preis!!!) und erfolgte von 1984 – 1992,
    siehe Betriebsgeschichte der beiden Kraftwerke, herausgegeben 2008 vom Förderverein e.V. Techn. Denkmal u. Museum KW Hirschfelde

    • Ronny Arlt sagt:

      Hallo Herr Mißbach,
      sorry das ich erst heute antworte. Danke für die Informationen. Sie haben Recht, das Kraftwerk Hagenwerder wurde direkt über Bandanlagen versorgt.
      Die vollen Kohlezüge fuhren von Görlitz kommend über Hagenwerder nach Hirschfelde. Ich werde das in den Texten ändern und hervorheben.
      Können Sie mir sagen wieso volle Bunkerzüge aus Richtung Zittau nach Hagenwerder kamen?
      Danke und Grüße R. Arlt

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