Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Zittau - Stadt im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Neben den geographischen Besonderheiten liegt die Stadt inmitten einer reizvollen Landschaft, die von der Eisenbahn erschlossen wird. Das kleine aber feine Bahnbetriebswerk, angeordnet auf engstem Raum, hielt seit Jahrzehnten einen abwechslungsreichen Fahrzeugpark vor und dass auf zwei verschiedenen Spurweiten.
Das Bw Zittau wurde im Jahr 1879 gegründet und bestand bis zum Jahr 1999.
In dieser Zeit erlebte das Bw Zittau eine bewegende Geschichte. Der Bau des 16ständigen Heizhauses begann bereits im Jahre 1875 im Auftrag der Königlich Sächsischen Staateeisenbahnen. Im Jahr 1900 beheimatete das Bw Zittau etwa 6 Lokomotiven der sächsischen Gattung III b sowie einzelne Exemplare der sächsischen Gattung II und VII. Die Baureihe 94.2 erreichte das Bw im Jahre 1908 mit einer Stückzahl von 3 Lokomotiven. Ab etwa 1911 wurde die Baureihe 75.5 das erste Mal im Bw Zittau beheimatet.
Im weiteren Verlauf waren viele verschiedene Dampflokbaureihen in Zittau beheimatet. Die bekanntesten Vertreter waren die preußische P 8, der sächsische Rollwagen (Baureihe 38.2), die Baureihe 52 als Kriegslokomotive - später auch die Reko-Variante, die Baureihe 58 (G12), die Baureihe 64, die Baureihe 75.5, die Baureihe 86, sowie die Baureihe 94.2 für den Rangierdienst auf dem Zittauer Bahnhof.
Die gesamte Unterhaltung der Dampflokomotiven wurde dabei in den letzten Jahren nicht im Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes, sondern in der Lokwerkstatt Pethau durchgeführt. Dort befand sich eine 21,5m lange Drehscheibe. Im Bw Zittau selbst, konnten die Dampflokomotiven der Baureihe 52 auf der 18m langen Drehscheibe nur mit ausgebauter vorderer Laufachse gedreht werden. Das betraf jedoch in der Regel nur die diensthabende Heizlok.
Dies änderte sich erst im Jahr 1989 mit dem Einbau einer größeren Drehscheibe. Im Jahr 1975 wurde dem Bw Zittau die erste leistungsstarke Diesellok der Baureihe 118 zugeführt. Dabei handelte es sich um die legendäre 118 203-9, welche damals noch mit einer Vollplastik-Kanzel ausgestattet war.
Die folgenden Bilder zeigen u.a. den feierlichen Empfang der ersten Großdiesellok, der Baureihe 118, des Bahnbetriebswerkes Zittau am 11. Oktober 1975



Der Bestand der Baueihe 118 lag im Jahr 1987 bei insgesamt 12 Maschinen. Neben dieser Baureihe waren in den letzten Jahren hauptsächlich Dieselloks der Baureihen 100, 101, 102, 106, 112 sowie ab dem Jahr 1991 auch die in Rumänien gefertigte Baureihe 119 (U-Boot) stationiert.


die Baureihen 38.2 und 75.5

auch die Baureihe 94.2 war im Jahr 1965 mit 9 Maschinen in Zittau vertreten

die G 12 war im Jahr 1965 mit 10 Maschinen relativ zahlreich in Zittau stationiert

Loks der Baureihe 86 übernahmen ab 1968 die Aufgaben der Zittauer 75er

ab 1972 wurde auch die Baureihe 52 Reko in Zittau so richtig heimisch

Baureihe 52 Altbau mit Giesl-Flachejektor an der "langen Rampe"

ein kurzzeitiger Gast in Zittau - die Baureihe 50 1637 (Altbau) am Zittauer Kohlebansen


ab 1965 waren auch Loks der Baureihe V15 bzw. BR 101 in Zittau vertreten
hier ist Lok 101 527-0 an der Tankstelle des Bw Zittau zu sehen

Neuzugang 106 642-2 des Bw Zittau hier noch mit gebogenem Typhon
im Rangierbereich des Bahnhofs Zittau

auf dem Dieseltriebfahrzeugsektor tat sich im Jahre 1970 einiges
nach Zittau kamen u.a. die Loks 106 642 sowie 102 204

ab 1975 hielten die Loks der Baureihe 118 Einzug ins Bw Zittau
rechts am Bildrand ein Exemplar des VT 2.09

der Bestand der Baureihe 110 umfasste im Jahr 1975 bereits 12 Maschinen
manchmal geht auch was schief - hier rollte die Lok 110 207-8 in die Grube

ein Aspekt, der bisher vielen unbekannt war
die BR 120 war um 1975 zeitweise zur Unterhaltung vor Ort im Bw Zittau
hier auf den Bildern sind die beiden Cottbuser Maschinen in Zittau zu sehen
