Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Zittau - Stadt im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Neben den geographischen Besonderheiten liegt die Stadt inmitten einer reizvollen Landschaft, die von der Eisenbahn erschlossen wird. Das kleine aber feine Bahnbetriebswerk, angeordnet auf engstem Raum, hielt seit Jahrzehnten einen abwechslungsreichen Fahrzeugpark vor und dass auf zwei verschiedenen Spurweiten.

Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Auch wenn es bei uns zur Zeit kein Winter werden will, möchte ich zwei schöne Winterbilder einstellen. Das Erste zeigt einen Güterzug auf dem Weg von Bischofswerda nach Zittau. Im Februar 1986 fährt eine 52.80 an diesem verschneiten Grundstück in der Nähe von Ebersbach vorbei. Wenn ich den kleinen Garten so sehe, fällt mir ein altes oberlausitzer Gedicht ein. Darin heißt es unter anderem: „a Häus`l, a Gaart`l, a weiß Zickl rei, doa fühl`ch mich wie dr Herrgott, so fruh und su frei …“

 

52 8011 fährt mit Volldampf aus Ebersbach aus. Gleich wird sie mit dem Güterzug in die Steigung nach Neugersdorf fahren. Im Januar 1985 war es scheinbar sehr kalt, die Pufferbohle der Dampflok ist stark vereist.

 

 

    Buchempfehlung für Freunde der Eisenbahn in Ostsachsen

Im Herbst 2017 ist bei der Verlagsgruppe Bahn ein interessantes Buch über die Eisenbahnen in Ostsachsen erschienen. Es zeigt die Schienenwege zwischen Dresden, Görlitz und Zittau gestern und heute in herrlichen Bildvergleichen. Enthalten sind etwa 250 Abbildungen, die eindrucksvoll die Entwicklungen der ostsächsischen Eisenbahn der vergangenen sechs Jahrzehnte zeigen. Der Autor André Marks hat viele Informationen und Bilder zusammengetragen und beschreibt die Szenen im Buch eindrucksvoll.

 

Das Bw Zittau wurde im Jahr 1879 gegründet und bestand bis zum Jahr 1999.

In dieser Zeit erlebte das Bw Zittau eine bewegende Geschichte. Der Bau des 16ständigen Heizhauses begann bereits im Jahre 1875 im Auftrag der Königlich Sächsischen Staateeisenbahnen. Im Jahr 1900 beheimatete das Bw Zittau etwa 6 Lokomotiven der sächsischen Gattung III b sowie einzelne Exemplare der sächsischen Gattung II und VII. Die Baureihe 94.20 erreichte das Bw im Jahre 1908 mit einer Stückzahl von 3 Lokomotiven. Ab etwa 1911 wurde die Baureihe 75.5 das erste Mal im Bw Zittau beheimatet.

Im weiteren Verlauf waren viele verschiedene Dampflokbaureihen in Zittau beheimatet. Die bekanntesten Vertreter waren die preußische P 8 (BR 38.10-40), der sächsische Rollwagen (Baureihe 38.2), die Baureihe 58 (als sächs. XIII H und preuß G12), die Baureihe 75.5 (sächs XIV HT) , sowie die Baureihe 94.20 (sächs. XI HT) für den Rangierdienst auf dem Zittauer Bahnhof und den Streckendienst nach Großschönau und andere umliegende Orte.  Ende der 60er Jahre kamen auch Einheitsloks der Baureihe 52 als Kriegslokomotive – später auch die Reko-Variante, die Baureihe 64 und die Baureihe 86 in das Bw-Zittau.

Die gesamte Unterhaltung der Dampflokomotiven wurde dabei in den letzten Jahren  nicht im Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes, sondern in der Lokwerkstatt Pethau durchgeführt. Dort befand sich eine 21,5 m lange Drehscheibe. Im Bw Zittau selbst, konnten die Dampflokomotiven der Baureihe 52 auf der alten 18m langen Drehscheibe nur mit ausgebauter vorderer Laufachse gedreht werden. Das betraf jedoch in der Regel nur die diensthabende Heizlok, zum Beispiel die 52 5137-6. (siehe Fotoseite unter Dampflok)

Dies änderte sich erst im Dezember 1989 mit dem Einbau einer größeren, 21,5 m langen Drehscheibe (siehe Diashow).

Dampflok-Sound: