Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Zittau - Stadt im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Neben den geographischen Besonderheiten liegt die Stadt inmitten einer reizvollen Landschaft, die von der Eisenbahn erschlossen wird. Das kleine aber feine Bahnbetriebswerk, angeordnet auf engstem Raum, hielt seit Jahrzehnten einen abwechslungsreichen Fahrzeugpark vor und dass auf zwei verschiedenen Spurweiten.

Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Alte Bahn klein1 Kopie

Zum Jahresanfang starten wir mit einem wirklich alten Bild. Herr Wußing hat es zur Verfügung gestellt. Es entstammt noch der Zeit in der auf Glasplatten abgelichtet wurde. Die Glasplatte ist leider zu Bruch gegangen. Deshalb sind die Ränder beschädigt. Das Bild wurde am Einfahrsignal von Zittau aus Richtung Scheibe (Mittelherwigsdorf) aufgenommen. Einige Kinder haben sich mit einer Begleiterin am Bahndamm versammelt und lassen sich mit dem Zug ablichten.

 

Lokschuppen Kopie

Sie sehen links eine Reko 52 und rechts eine Diesellok der Baureihe 118 mit Sparlackierung (ohne durchgehenden weißen Streifen) im Lokschuppen des Bw Zittau. Udo Riccius hat sich in den Schuppen getraut und das Foto über die Grube auf die Drehscheibe gemacht. Draußen auf der Drehscheibe und den Strahlengleisen stehen gerade weitere 52er. Hart war der Alltag für die Maschinendienst-Personale im Dampflokzeitalter. Die Maschinen erforderten eine Menge Pflege, die nicht immer leicht war. Hitze, Kälte, Ruß, Öl und Lärm fordeten die Männer in jedem Bw und auf den Lokomotiven. Damals waren die Lokführer bestimmt froh über die modernen Arbeitsbedingungen auf den neuen Dieselloks. Die Dampfloks im Bw Zittau standen neben den Dieslloks noch bis in die Wendezeit 1988/89 im Dienst.

Das Bw Zittau wurde im Jahr 1879 gegründet und bestand bis zum Jahr 1999.

In dieser Zeit erlebte das Bw Zittau eine bewegende Geschichte. Der Bau des 16ständigen Heizhauses begann bereits im Jahre 1875 im Auftrag der Königlich Sächsischen Staateeisenbahnen. Im Jahr 1900 beheimatete das Bw Zittau etwa 6 Lokomotiven der sächsischen Gattung III b sowie einzelne Exemplare der sächsischen Gattung II und VII. Die Baureihe 94.20 erreichte das Bw im Jahre 1908 mit einer Stückzahl von 3 Lokomotiven. Ab etwa 1911 wurde die Baureihe 75.5 das erste Mal im Bw Zittau beheimatet.

Im weiteren Verlauf waren viele verschiedene Dampflokbaureihen in Zittau beheimatet. Die bekanntesten Vertreter waren die preußische P 8 (BR 38.10-40), der sächsische Rollwagen (Baureihe 38.2), die Baureihe 58 (als sächs. XIII H und preuß G12), die Baureihe 75.5 (sächs XIV HT) , sowie die Baureihe 94.20 (sächs. XI HT) für den Rangierdienst auf dem Zittauer Bahnhof und den Streckendienst nach Großschönau und andere umliegende Orte.  Ende der 60er Jahre kamen auch Einheitsloks der Baureihe 52 als Kriegslokomotive – später auch die Reko-Variante, die Baureihe 64 und die Baureihe 86 in das Bw-Zittau.

Die gesamte Unterhaltung der Dampflokomotiven wurde dabei in den letzten Jahren  nicht im Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes, sondern in der Lokwerkstatt Pethau durchgeführt. Dort befand sich eine 21,5 m lange Drehscheibe. Im Bw Zittau selbst, konnten die Dampflokomotiven der Baureihe 52 auf der alten 18m langen Drehscheibe nur mit ausgebauter vorderer Laufachse gedreht werden. Das betraf jedoch in der Regel nur die diensthabende Heizlok, zum Beispiel die 52 5137-6. (siehe Fotoseite unter Dampflok)

Dies änderte sich erst im Dezember 1989 mit dem Einbau einer größeren, 21,5 m langen Drehscheibe (siehe Diashow).

Dampflok-Sound:

Neuigkeiten auf unserer Seite:

03.01.2016 – Streckenbilder der Zittauer Loks nach Streckennummern aufgeteilt

30. 01.2016 – neues Bildmaterial der modernen Bahn eingepflegt