Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Zittau - Stadt im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Neben den geographischen Besonderheiten liegt die Stadt inmitten einer reizvollen Landschaft, die von der Eisenbahn erschlossen wird. Das kleine aber feine Bahnbetriebswerk, angeordnet auf engstem Raum, hielt seit Jahrzehnten einen abwechslungsreichen Fahrzeugpark vor und dass auf zwei verschiedenen Spurweiten.

Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

 

Als das Wort „Energiewende“ noch ein Fremdwort war, zogen die beiden Zittauer 52er den schweren Bunkerzug mit Rohbraunkohle am Kraftwerk Hagenwerder vorbei nach Hirschfelde. Dort war ein neuer Kohleumschlagplatz entstanden. An diesem eisigen Wintertag im Februar 1986 ist 52 8012-8 vorgespannt, Zuglok ist 52 8016-3. Der Zug durchfährt gleich die Brücke über die die damalige F99 von Zittau nach Görlitz führt.

 

Dieses Bild ist auch von der oben beschrieben Straßenbrücke entstanden. Es zeigt jedoch einen anderen Zug an einem anderen Tag im kalten Februar 1986. Der Zug fährt auf der Strecke Richtung Zittau bis Hirschfelde. Dabei durchfährt er das Neißetal auf polnischer Seite. Die Kohle aus den Cottbuser Revieren fährt in den Wagen bestimmt schon eine Weile durch den Winter. Da die Rohbraunkohle erdfeucht verladen wird, friert sie bei dieser Wetterlage in den Waggons fest und muss locker gehackt oder in langen Hallen aufgetaut werden.

 

Dieses herrliche Buch ist Anfang Sommer 2019 erschienen. Auf über 140 Seiten zeigen historische Farbfotos die Eisenbahn im Ostsächsichen Raum. Ein überzeugendes Werk zur regionalen Eisenbahngeschichte. Momentan hat die zweite Auflage die Druckerei verlassen. Das Buch kostet mit Port0 19,80 Euro. Über die schwarze Schaltfläche können Sie Kontakt mit uns aufnehmen.
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Buchbeschreibung: Die Oberlausitz im Dreiländereck Deutschland / Polen / Tschechien ist eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend mit einer langen Eibenbahngeschichte. Das Buch zeigt auf 144 Seiten die Vielfalt des planmäßigen Dampfbetriebes zwischen 1970 und 1988. Faszinierende Wagengarnituren, wie auch die letzten Vertreter verschiedener Dampflok-Baureihen gehören zum Alltag. Die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen von Arne und Frank Wußing entstanden im Gebiet Zittau – Ebersbach – Löbau – Bautzen – Görlitz. Beachtung finden der privilegierte Durchgangsverkehr der ČSD mit Dampfloks, heute nicht mehr wiederholbare Szenen der Zittauer Schmalspurbahn sowie ein Besuch im Schmalspur-Raw Görlitz-Schlauroth.

Wir bedanken uns besonders bei Herrn Michael Reimer und dem Verlag GeraMond München für die Zustimmung zur auszugsweisen Übernahme von Textinhalten und Lokstatistiken.

Das Bw Zittau wurde im Jahr 1879 gegründet und bestand bis zum Jahr 1999.

In dieser Zeit erlebte das Bw Zittau eine bewegende Geschichte. Der Bau des 16ständigen Heizhauses begann bereits im Jahre 1875 im Auftrag der Königlich Sächsischen Staateeisenbahnen. Im Jahr 1900 beheimatete das Bw Zittau etwa 6 Lokomotiven der sächsischen Gattung III b sowie einzelne Exemplare der sächsischen Gattung II und VII. Die Baureihe 94.20 erreichte das Bw im Jahre 1908 mit einer Stückzahl von 3 Lokomotiven. Ab etwa 1911 wurde die Baureihe 75.5 das erste Mal im Bw Zittau beheimatet.

Im weiteren Verlauf waren viele verschiedene Dampflokbaureihen in Zittau beheimatet. Die bekanntesten Vertreter waren die preußische P 8 (BR 38.10-40), der sächsische Rollwagen (Baureihe 38.2), die Baureihe 58 (als sächs. XIII H und preuß G12), die Baureihe 75.5 (sächs XIV HT) , sowie die Baureihe 94.20 (sächs. XI HT) für den Rangierdienst auf dem Zittauer Bahnhof und den Streckendienst nach Großschönau und andere umliegende Orte.  Ende der 60er Jahre kamen auch Einheitsloks der Baureihe 52 als Kriegslokomotive – später auch die Reko-Variante, die Baureihe 64 und die Baureihe 86 in das Bw-Zittau.

Die gesamte Unterhaltung der Dampflokomotiven wurde dabei in den letzten Jahren  nicht im Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes, sondern in der Lokwerkstatt Pethau durchgeführt. Dort befand sich eine 21,5 m lange Drehscheibe. Im Bw Zittau selbst, konnten die Dampflokomotiven der Baureihe 52 auf der alten 18m langen Drehscheibe nur mit ausgebauter vorderer Laufachse gedreht werden. Das betraf jedoch in der Regel nur die diensthabende Heizlok, zum Beispiel die 52 5137-6. (siehe Fotoseite unter Dampflok)

Dies änderte sich erst im Dezember 1989 mit dem Einbau einer größeren, 21,5 m langen Drehscheibe (siehe Diashow).

Dampflok-Sound: