Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Zittau - Stadt im Dreiländereck zu Polen und Tschechien. Neben den geographischen Besonderheiten liegt die Stadt inmitten einer reizvollen Landschaft, die von der Eisenbahn erschlossen wird. Das kleine aber feine Bahnbetriebswerk, angeordnet auf engstem Raum, hielt seit Jahrzehnten einen abwechslungsreichen Fahrzeugpark vor und dass auf zwei verschiedenen Spurweiten.

Das historische Bahnbetriebswerk Zittau

Nun ist es vorbei mit dem alten Gleisplan des Zittauer Bahnhofes. Die Umbaumaßnahmen sind im vollen Gange. Der Gleisplan wird komplett verändert. Das alte Stellwerk W2/B3 und die Signalbrücke über die alten Güterzuggleise sollen aber erhalten bleiben. Hier steht im Mai 1981 die Reko-Lok 52 8199 auf Gleis 58 neben den Schmalspurgleisen in der Sommersonne. Sie wurde im November 1967 aus 52 3252 mit einem Rekokessel von SKL rekonstruiert. Obendrein erhielt sie später einen Giesl-Flachejektor. Als Vorlaufradsatz ist bei ihr zum Aufnahmezeitpunkt ein Speichenradsatz montiert. Bald wird sie wieder auf die Strecken um Zittau starten, der Tender ist schon gut mit Braunkohle gefüllt.

 

Ende der 80er Jahre war das Bw Zittau schon fast komplett „verdieselt“. Auf der Drehscheibe steht gerade 118 647-7. Das Schlußsignal ist schon an, sie wird die Drehscheibe gleich Richtung Lokleitung und dann Richtung Strecke verlassen. Die letzten Dampfloks verließen das Bw Zittau im Jahre 1989/1990.

 

Hier ein Blick zum ehemaligen Stellwerk W2/B3 mit der großen und der kleinen Signalbrücke. Ganz rechts sieht man die Güterzuggleise, von denen auch die CSD-Güterzüge Richtung Liberec / Reichenberg abfuhren.

Der Stellwerksraum des Fahrdienstleiters Zittau ist ab Oktober 2017 menschenleer, denn ein EStw von Bischofswerda stellt dann die verbliebenen Weichen in Zittau.

Lang, lang ist`s her … . Dieses Bild hing im Fdl-Stellwerksraum des Stellwerkes B3 des Bahnhofes Zittau. 1932 stand die Eisenbahnwelt in Zittau noch in voller Blüte. Hunderte Bedienstete arbeiteten in Zittau für die Bahn. Reichsbahner waren wichtige und angesehene Leute in der Stadt.

 

Das Bw Zittau wurde im Jahr 1879 gegründet und bestand bis zum Jahr 1999.

In dieser Zeit erlebte das Bw Zittau eine bewegende Geschichte. Der Bau des 16ständigen Heizhauses begann bereits im Jahre 1875 im Auftrag der Königlich Sächsischen Staateeisenbahnen. Im Jahr 1900 beheimatete das Bw Zittau etwa 6 Lokomotiven der sächsischen Gattung III b sowie einzelne Exemplare der sächsischen Gattung II und VII. Die Baureihe 94.20 erreichte das Bw im Jahre 1908 mit einer Stückzahl von 3 Lokomotiven. Ab etwa 1911 wurde die Baureihe 75.5 das erste Mal im Bw Zittau beheimatet.

Im weiteren Verlauf waren viele verschiedene Dampflokbaureihen in Zittau beheimatet. Die bekanntesten Vertreter waren die preußische P 8 (BR 38.10-40), der sächsische Rollwagen (Baureihe 38.2), die Baureihe 58 (als sächs. XIII H und preuß G12), die Baureihe 75.5 (sächs XIV HT) , sowie die Baureihe 94.20 (sächs. XI HT) für den Rangierdienst auf dem Zittauer Bahnhof und den Streckendienst nach Großschönau und andere umliegende Orte.  Ende der 60er Jahre kamen auch Einheitsloks der Baureihe 52 als Kriegslokomotive – später auch die Reko-Variante, die Baureihe 64 und die Baureihe 86 in das Bw-Zittau.

Die gesamte Unterhaltung der Dampflokomotiven wurde dabei in den letzten Jahren  nicht im Lokschuppen des Bahnbetriebswerkes, sondern in der Lokwerkstatt Pethau durchgeführt. Dort befand sich eine 21,5 m lange Drehscheibe. Im Bw Zittau selbst, konnten die Dampflokomotiven der Baureihe 52 auf der alten 18m langen Drehscheibe nur mit ausgebauter vorderer Laufachse gedreht werden. Das betraf jedoch in der Regel nur die diensthabende Heizlok, zum Beispiel die 52 5137-6. (siehe Fotoseite unter Dampflok)

Dies änderte sich erst im Dezember 1989 mit dem Einbau einer größeren, 21,5 m langen Drehscheibe (siehe Diashow).

Dampflok-Sound: